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Krypto im Nachlass finden: Spuren, die Angehörige prüfen können

Viele Erben wissen nicht, ob die verstorbene Person überhaupt Kryptowerte hatte. Es gibt kein zentrales Register, keine Bank meldet sich von selbst, und eine eigene Wallet hinterlässt oft nur einen Zettel oder ein kleines Gerät in einer Schublade. Dieser Ratgeber zeigt, wo sich Spuren finden lassen, welche Fehler Werte endgültig vernichten und wie Sie es Ihren eigenen Angehörigen leichter machen.

Kein Rechts- oder Steuerrat. Dieser Text erklärt Zusammenhänge allgemein. Fragen zum Erbrecht, zum Erbschein und zur Steuer klären Sie mit einem Notar, einer Fachanwältin bzw. einem Fachanwalt oder der Steuerberatung. Wir empfehlen keine Anbieter, Börsen, Geräte oder Dienste.

Zuerst: nichts verändern

Bevor Sie suchen, ein paar Regeln, die in jedem Fall gelten:

Wo sich Spuren finden

QuelleWorauf achtenWas es verrät
Kontoauszüge, KreditkarteÜberweisungen an Handelsplattformen oder Zahlungsdienstleister, Gutschriften von dortHinweis auf ein Börsenkonto. Der Name der Gegenpartei ist meist der beste Anhaltspunkt.
E-Mail-PostfachWillkommens-, Anmelde- und Bestätigungsmails, Monatsübersichten, Newsletter von Plattformen oder GeräteherstellernBörsenkonten, gekaufte Hardware-Wallets, manchmal den Namen der genutzten Wallet-App
HandyWallet-Apps, Börsen-Apps, Zwei-Faktor-Apps (Authenticator)Eigene Wallets und Börsenkonten. Die Zwei-Faktor-App wird später oft gebraucht.
ComputerWallet-Programme, Passwortmanager, Ordner mit Exporten oder SteuerberichtenWallets, Konten, frühere Transaktionen
Papiere und SchubladenWortlisten, Metallplatten, Gerätekartons, Rechnungen über Hardware-WalletsEigene Wallets und ihre Sicherung
SteuerunterlagenAnlagen zu privaten Veräußerungsgeschäften, Berichte von Steuer-SoftwareOb und wo gehandelt wurde, oft mit Plattformnamen
Schließfach, TresorUmschläge, Geräte, NotizenSicherungen, die bewusst getrennt aufbewahrt wurden

Börsenkonto oder eigene Wallet?

Die Spuren führen meist zu einem von zwei Wegen, und die sind sehr verschieden:

Vorsicht vor „Wiederherstellungs-Helfern“

Wer im Internet nach Hilfe sucht, stößt schnell auf Angebote, die versprechen, verlorene Wallets zu öffnen. Seriöse Hilfe verlangt nie, dass Sie die Wörter einer Sicherung auf einer Website, in einem Formular oder in einem Chat eingeben. Wer danach fragt, kann die Werte sofort selbst übertragen. Holen Sie im Zweifel eine vertraute Person dazu, die sich auskennt, und besprechen Sie größere Werte mit Notar oder Anwalt.

Fünf Fehler, die Werte endgültig vernichten

  1. Gerät zurückgesetzt, weil es wie ein alter USB-Stick aussah.
  2. Zettel weggeworfen, weil die Wörter keinen Sinn ergaben.
  3. Handy zurückgesetzt, bevor die Zwei-Faktor-App gesichert war.
  4. E-Mail-Konto gekündigt, über das die Plattform den Zugang zurücksetzt.
  5. Wörter in eine Website eingegeben, die Hilfe versprach.

Es den eigenen Erben leichter machen

Die Suche oben ist mühsam und bleibt oft unvollständig. Für Ihre eigenen Angehörigen reicht eine einfache Übersicht, die sagt, dass es Kryptowerte gibt, wo Konten und Geräte sind und wo die Sicherungen liegen, ohne die Wörter selbst zu nennen. Wie Sie die Sicherung selbst aufbewahren, steht im Ratgeber Seed-Phrase aufbewahren. Was ins Testament gehört und was nicht, steht in Krypto vererben, ohne den Seed ins Testament zu schreiben.

Die Krypto-Vorsorgemappe

Die Fragen aus diesem Ratgeber stehen kostenlos in unserer Checkliste zum Ausdrucken. Unsere Krypto-Vorsorgemappe ist ein Werkzeug, das Sie Schritt für Schritt durch diese Angaben führt und eine druckbare Mappe für Ihre Angehörigen erzeugt. Es läuft offline in Ihrem Browser und weist Seed-Wörter, private Schlüssel und typische Passwortmuster ab. Preis: 29 € inkl. 19 % MwSt., Einmalkauf mit Updates für 12 Monate. Mehr zur Mappe und kaufen.

Stand: Oktober 2026.