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Krypto im Nachlass finden: Spuren, die Angehörige prüfen können
Viele Erben wissen nicht, ob die verstorbene Person überhaupt Kryptowerte hatte. Es gibt kein zentrales Register, keine Bank meldet sich von selbst, und eine eigene Wallet hinterlässt oft nur einen Zettel oder ein kleines Gerät in einer Schublade. Dieser Ratgeber zeigt, wo sich Spuren finden lassen, welche Fehler Werte endgültig vernichten und wie Sie es Ihren eigenen Angehörigen leichter machen.
Kein Rechts- oder Steuerrat. Dieser Text erklärt Zusammenhänge allgemein. Fragen zum Erbrecht, zum Erbschein und zur Steuer klären Sie mit einem Notar, einer Fachanwältin bzw. einem Fachanwalt oder der Steuerberatung. Wir empfehlen keine Anbieter, Börsen, Geräte oder Dienste.
Zuerst: nichts verändern
Bevor Sie suchen, ein paar Regeln, die in jedem Fall gelten:
- Geräte, die wie USB-Sticks oder kleine Taschenrechner aussehen, nicht zurücksetzen, nicht verkaufen, nicht wegwerfen.
- Bei Geräten mit PIN nicht raten. Manche Geräte löschen sich nach wenigen Fehlversuchen.
- Zettel, Karten oder Metallplatten mit 12, 18 oder 24 Wörtern nicht fotografieren, nicht abtippen, nirgends eingeben. Wer diese Wörter hat, hat Zugriff.
- Handy und Computer nicht zurücksetzen und Verträge nicht kündigen, bevor klar ist, ob dort Apps, Zwei-Faktor-Codes oder E-Mails liegen, die gebraucht werden.
Wo sich Spuren finden
| Quelle | Worauf achten | Was es verrät |
|---|---|---|
| Kontoauszüge, Kreditkarte | Überweisungen an Handelsplattformen oder Zahlungsdienstleister, Gutschriften von dort | Hinweis auf ein Börsenkonto. Der Name der Gegenpartei ist meist der beste Anhaltspunkt. |
| E-Mail-Postfach | Willkommens-, Anmelde- und Bestätigungsmails, Monatsübersichten, Newsletter von Plattformen oder Geräteherstellern | Börsenkonten, gekaufte Hardware-Wallets, manchmal den Namen der genutzten Wallet-App |
| Handy | Wallet-Apps, Börsen-Apps, Zwei-Faktor-Apps (Authenticator) | Eigene Wallets und Börsenkonten. Die Zwei-Faktor-App wird später oft gebraucht. |
| Computer | Wallet-Programme, Passwortmanager, Ordner mit Exporten oder Steuerberichten | Wallets, Konten, frühere Transaktionen |
| Papiere und Schubladen | Wortlisten, Metallplatten, Gerätekartons, Rechnungen über Hardware-Wallets | Eigene Wallets und ihre Sicherung |
| Steuerunterlagen | Anlagen zu privaten Veräußerungsgeschäften, Berichte von Steuer-Software | Ob und wo gehandelt wurde, oft mit Plattformnamen |
| Schließfach, Tresor | Umschläge, Geräte, Notizen | Sicherungen, die bewusst getrennt aufbewahrt wurden |
Börsenkonto oder eigene Wallet?
Die Spuren führen meist zu einem von zwei Wegen, und die sind sehr verschieden:
- Börsen und Handelsplattformen sind Unternehmen mit Kundenservice. Erben wenden sich dort in der Regel mit Sterbeurkunde und Erbnachweis an den Kundenservice. Welche Unterlagen genau verlangt werden und wie lange die Prüfung dauert, legt jeder Anbieter selbst fest.
- Eigene Wallets haben keinen Kundenservice. Zugriff hat, wer Gerät und PIN oder die Wiederherstellungsphrase hat. Ohne diese Teile kann niemand helfen, auch kein Hersteller. Mehr dazu im Ratgeber Notfallmappe für Hardware-Wallets.
Vorsicht vor „Wiederherstellungs-Helfern“
Wer im Internet nach Hilfe sucht, stößt schnell auf Angebote, die versprechen, verlorene Wallets zu öffnen. Seriöse Hilfe verlangt nie, dass Sie die Wörter einer Sicherung auf einer Website, in einem Formular oder in einem Chat eingeben. Wer danach fragt, kann die Werte sofort selbst übertragen. Holen Sie im Zweifel eine vertraute Person dazu, die sich auskennt, und besprechen Sie größere Werte mit Notar oder Anwalt.
Fünf Fehler, die Werte endgültig vernichten
- Gerät zurückgesetzt, weil es wie ein alter USB-Stick aussah.
- Zettel weggeworfen, weil die Wörter keinen Sinn ergaben.
- Handy zurückgesetzt, bevor die Zwei-Faktor-App gesichert war.
- E-Mail-Konto gekündigt, über das die Plattform den Zugang zurücksetzt.
- Wörter in eine Website eingegeben, die Hilfe versprach.
Es den eigenen Erben leichter machen
Die Suche oben ist mühsam und bleibt oft unvollständig. Für Ihre eigenen Angehörigen reicht eine einfache Übersicht, die sagt, dass es Kryptowerte gibt, wo Konten und Geräte sind und wo die Sicherungen liegen, ohne die Wörter selbst zu nennen. Wie Sie die Sicherung selbst aufbewahren, steht im Ratgeber Seed-Phrase aufbewahren. Was ins Testament gehört und was nicht, steht in Krypto vererben, ohne den Seed ins Testament zu schreiben.
Die Krypto-Vorsorgemappe
Die Fragen aus diesem Ratgeber stehen kostenlos in unserer Checkliste zum Ausdrucken. Unsere Krypto-Vorsorgemappe ist ein Werkzeug, das Sie Schritt für Schritt durch diese Angaben führt und eine druckbare Mappe für Ihre Angehörigen erzeugt. Es läuft offline in Ihrem Browser und weist Seed-Wörter, private Schlüssel und typische Passwortmuster ab. Preis: 29 € inkl. 19 % MwSt., Einmalkauf mit Updates für 12 Monate. Mehr zur Mappe und kaufen.
Stand: Oktober 2026.