Checkliste: Kryptowerte für Angehörige dokumentieren
Zehn Fragen, mit denen Sie prüfen, ob Ihre Familie im Ernstfall Ihre Kryptowerte finden würde. Kostenlos, ohne Anmeldung. Zum Ausdrucken einfach die Druckfunktion des Browsers nutzen.
Die wichtigste Regel zuerst: Schreiben Sie Seed-Wörter (Wiederherstellungsphrase), private Schlüssel, PINs und Passwörter nicht in diese Checkliste, nicht in ein Testament und nicht in eine Mail. Notieren Sie nur, wo etwas sicher verwahrt ist und wer davon weiß.
Die zehn Fragen
- Gibt es eine vollständige Liste aller Orte, an denen Sie Kryptowerte halten: Börsenkonten, Hardware-Wallets, App-Wallets, Papier- oder Metall-Sicherungen?
- Wissen Ihre Angehörigen, dass es diese Liste gibt und wo sie liegt?
- Ist für jede Hardware-Wallet notiert, welches Gerät es ist und wo es aufbewahrt wird?
- Ist für jede Wiederherstellungsphrase notiert, wo sie verwahrt ist (z. B. Bankschließfach, Tresor), aber nicht die Wörter selbst?
- Nutzen Sie eine zusätzliche Passphrase („25. Wort") oder Multisig? Dann sollte dokumentiert sein, dass es sie gibt und wie die Teile zusammengehören, sonst finden Erben nur eine leere Wallet.
- Ist für jedes Börsenkonto notiert, bei welchem Anbieter es besteht und mit welcher E-Mail-Adresse? Die Börse verlangt von Erben in der Regel Erbschein oder notarielles Testament; den Kontakt brauchen sie trotzdem.
- Ist geregelt, wie Erben an Ihr Zwei-Faktor-Gerät (Handy, Sicherheitsschlüssel) oder an Ihr E-Mail-Postfach kommen, oder zumindest, dass sie die Börse direkt kontaktieren müssen?
- Gibt es eine Vertrauensperson, die sich mit Kryptowerten auskennt und Ihren Angehörigen helfen kann, ohne selbst Zugriff zu haben?
- Wissen Ihre Angehörigen, wo die Steuerunterlagen liegen (Kaufbelege, Transaktionsexporte, Steuer-Reports)? Ohne sie lässt sich im Erbfall oft nicht klären, was wann gekauft wurde.
- Haben Sie die Unterlagen zu Lebzeiten mit einer Vertrauensperson durchgesprochen und in den letzten 12 Monaten aktualisiert?
Auswertung
Zehn Haken: Sie sind besser vorbereitet als die meisten. Prüfen Sie die Unterlagen einmal im Jahr.
Fünf bis neun: Die Grundlagen sind da, aber Ihre Angehörigen würden an einzelnen Stellen hängen bleiben.
Weniger als fünf: Im Ernstfall wäre ein Teil Ihrer Werte vermutlich nicht auffindbar. Fangen Sie mit Frage 1 und 2 an, das dauert eine halbe Stunde.
Diese Checkliste ist eine Orientierungshilfe und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Für die Frage, wer was erbt, sind Notarinnen und Notare oder Fachanwälte für Erbrecht zuständig.